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Flügellos fliegen

[Stimmung: ganz gut ]

[Musik: Jennifer Rostock-Diadem ]

Ich habe schon länger nichts mehr geschrieben. Und ich glaube, ich weiß, woran das liegt: Es ging mir verdammt gut in den letzten Tagen. Mir ist schon oft aufgefallen, dass ich nicht schreiben kann, wenn es mir gut geht. Obwohl das ja eigentlich sehr schade ist, gerade bei Tagebucheinträgen fehlt dadurch ja immer ein elementarer Teil des Ganzen, wenn man später zurückschaut. Bei mir wäre es daher besonders wichtig, gerade Positives aufzuschreiben, da ich mich sowieso eher an die negativen Geschehnisse erinnere!

Trotz allem und trotz der tausendsiebenhundervierundzwanzig Male, die ich mir schon vorgenommen habe, mich in guten Zeiten zumindest ab und zu zum Schreiben hinzusetzen, klappt es einfach nicht. Ich schaffe es nicht. Und meistens, wenn es mir gut geht, will ich es auch nicht. Auch wenn ich weiß, dass ich sollte. Aber seit wann tu' ich schon, was ich tun soll? Wäre ja ganz was Neues.

Aber es ist so selten, dass ich solch eine schöne Zeit erlebe wie in den letzten Tagen. Einfach mal glücklich sein, ausgelassen mit meinem Kind durch den Gerten toben, zu lachen - und zwar nicht nur, um nicht weinen zu müssen. Und das sogar ohne einen gravierenden Auslöser, das ist so selten geworden! Dass dieses Glück dann noch tagelang anhält, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Lottogewinn ohne Spielschein.

Ich brauche diese Zeit, ich sauge sie auf wie ein ausgetrockneter Schwamm und genieße jede Sekunde ganz automatisch, ohne darüber nachzudenken. Die Tatsache, dass ich jetzt darüber nachdenke zeugt demnach wohl davon, dass diese Phase sich langsam wieder dem Ende zuneigt. Vermutlich wird schon bald wieder eine Situation kommen, in der ich froh bin, die gesammelte Kraft zur Verfügung zu haben.

Und das ist vermutlich der Grund, weshalb ich keine Zeit finde, mich beispielsweise zum Schreiben aufzuraffen. Es ist nicht nur sinnvoll, sondern überlebensnotwendig geworden, so viele Sonnenstrahlen wie möglich einzusammeln, wenn man schonmal oben ist - damit man in der darauffolgenden Dunkelheit zumindest einen kleinen Lichtblick hat, auf den man zurückgreifen kann.

Ich merke, dass es zuende geht, manchmal merke ich das vorher. Aber diesmal bin ich nicht traurig darüber. Ich sage mir dann immer: Wenn man auf einen Abgrund zukommt und es keinen Ausweg gibt, sollte man nicht zögern, sondern man sollte anfangen zu rennen - denn so kann man zumindest noch ein paar Sekunden fliegen bevor man fällt! Und jedes Mal fliegt man vielleicht ein kleines bisschen weiter. Nur ein paar Sekunden länger, einen Flügelschlag. 

Im freien Fall nehm ich mir die Freiheit, zu fallen!

Noch habe ich genug Glückshormone übrig, um zu wissen, dass es auch wieder bergauf geht wenn ich nur lange genug durchhalte. Auch wenn der Aufstieg immer schwerer ist, als der Abstieg. Von daher war es vielleicht doch noch nicht zu spät, um zum Schreiben. 

20.4.09 00:01
 


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