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Traumschaum

[Stimmung: ganz gut]

Es geht wieder bergauf, das wage ich jetzt einfach mal zu sagen. Das merke ich an dem, was in meinem Kopf so vor sich geht - es unterscheidet sich jeden Tag mehr von dem Chaos, das sich in der Vergangenheit in meinem Kopf breitgemacht hat.

Mein kleines Grenzgängerhirn schafft es in letzter Zeit wieder häufiger, die negativen, depressiven, destruktiven Gedanken durch Träume und Hoffnung zu ersetzen - und zwar ohne direkte Verbindung zum Sarkasmus.

Wenn ich depressiv bin, versinke ich gewöhnlich in Selbstmitleid. Die Welt ist schlecht und ich bin ein Monster. Das ist für mich in solchen Zeiten Realität. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das jemals wieder ändern wird.

Aber die Optimistin in mir kommt wieder, so garantiert wie der Sonnenaufgang, und vertreibt die dunklen Gedanken mit Tatendrang und Selbstbewusstsein. Manchmal fühle ich mich fast shizophren bei so unterschiedlichen Ichs. Alles scheint dann wieder leichter zu sein, das morgendliche Aufstehen, die Bewältigung des Alltags und sogar Problemsituationen, wie z.B. der freitägliche Abschied von Jan, wenn ich abends nach der Besuchszeit wieder nach Hause muss.

Natürlich tat es trotzdem weh, auch vorhin. Aber anstatt mich daran festzuhalten, habe ich dran gedacht, wie schön es mit ihm zusammen war und was ich für ein Glück habe, überhaupt ein gesundes Kind zu haben, das mich so liebt!

Klar, es gab Horrorzeiten in meinem Leben, nicht zu wenige! Ich habe vieles verloren, mehr als einmal aufgegeben und oft bin ich heute noch furchtbar neidisch auf jeden, der das besitzt, was ich mir so sehr wünsche. Und Wünsche habe ich viele.

Aber heute dachte ich auf einmal wieder daran, dass auch diese Menschen, die ich so sehr beneide wegen ihrem anscheinend perfektem Leben, ihre Probleme haben und über irgendwas unglücklich sind. Die einen mehr, die anderen weniger, aber jeder irgendwann. Jeder hat seine unerfüllten Träume und jeder hat seine Sorgen und jeder hat Wünsche, die niemals wahr werden.

Und vielleicht beneiden genau diese Menschen ja gerade MICH um etwas, das ICH besitze?!?

Die Mütter, die ihre Kinder bei sich Zuhause haben, beneiden mich vielleicht um meine Freiheit. Oder Mädchen, die ihre Familie jeden Tag um sich haben, wünschen sich möglicherweise manchmal einfach ihre Ruhe und ihre eigene Wohnung, in die sie sich zurückziehen können. Undsoweiterundsofort.

Und nicht nur das - ich werde mir auch wieder bewusst darüber, dass es nicht nur Menschen gibt, denen es ähnlich geht wie mir, sondern dass ich es im Vergleich zu vielen Schicksalen auf der Welt sogar relativ gut habe!

Außerdem bin ich erst zweiundzwanzig Jahre alt und kann mein Leben noch in jede mögliche Richtung ändern. Ich werde dafür vielleicht ein wenig mehr Hilfe brauchen als die meisten Menschen und ich würde verdammt hart an mir arbeiten müssen, aber noch ist es nicht zu spät.

Alles, was mir noch fehlt, um diesen Traum zu verwirklichen, ist die Fähigkeit, mir selbst einen Arschtritt zu verpassen, wenn die nächste Depri-Phase wieder vor der Tür steht, denn die Praxis ist bekanntlich nicht so leicht zu bändigen wie die Theorie!

Vielleicht finde ich ja dieses Jahr noch einen Therapeuten, der mir dabei hilft. Ich hoffe es, solange ich noch hoffen kann. Denn der Absturz kann schnell und unerwartet kommen, obwohl man genau weiß, dass er irgendwann wieder ansteht.

Aber noch sind die Endorphine in mir am sprudeln und das werde ich ausnutzen. Vielleicht bleibt all das auch für immer ein Traum, aber es tut gut, ihn im Moment zu träumen.

6.2.09 21:10
 


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