herat Gratis bloggen bei
myblog.de

´;

[NEWS~2o.o8.2oo9] Neues Design online! <3


Alptrauma

[Stimmung: angespannt ]

[Musik: keine, TV ]

Ich will das nicht mehr, nicht so wie es jetzt ist! Diese Unvollständigkeit, dieses schwarze Loch in mir frisst mich auf, es saugt mich in sich rein bis ich fast in mir selbst ertrinke! Ich habe ein Recht auf eine Kindheit, egal was damals passiert ist - oder auch nicht. Aber ich will es wissen und ich muss es wissen und ich darf es verdammt nochmal wissen, oder nicht? Es ist nicht fair, mir einfach einen Teil meines Lebens zu nehmen und mich im Ungewissen zu lassen!

In meinem Kopf dreht sich im Moment mehr denn je ein großes Fragezeichen um die Tatsache, dass ich keine, also wirklich KEINE Erinnerungen an meine Kindheit habe! Alles was ich weiß, weiß ich aus Erzählungen oder ein paar wenigen Flashbacks. Alle Bilder in meinem Kopf kommen von Fotos. Ich dachte früher immer, dass das normal wäre. Aber inzwischen weiß ich, dass es das nicht ist. Wäre ja auch ein Wunder, wenn bei mir mal etwas einfach und unspektakulär und wunderbar langweilig verlaufen würde! Manchmal sehne ich mich nach nichts mehr als nach dem Durchschnitt.

Ich wüsste so gern, was damals passiert ist! Ob überhaupt was gravierendes passiert ist. Aber man vergisst ja nicht mal eben nebenbei seine gesamte Kindheit bis zum 13. Lebensjahr! Diese Gedanken gehen mir nicht mehr aus dem Kopf, sie triggern mich wie verrückt. Seit dem letzten Flashback umso mehr, in den sogar meine Mutter involviert war. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche sind diese Fragen da, sie flüstern und schreien und kreischen in meinem Kopf durcheinander: Was wäre wenn...? Könnte, sollte, hätte, würde...?!?

Ich weiß, dass es in meinem Leben zwei Missbrauchs-Fälle gab, einen als Kind und einen vor 6 Jahren. Und ich weiß von dem Mobbing, das anscheinend von der 1. bis zur 6./7. Klasse andauerte. Aber ich würde so gern wissen, ob da noch mehr war. Egal ob es wehtut, egal ob es mich noch mehr zerreißt, ich will es wirklich wissen! Deshalb ist die größte und bedeutenste Frage für mich im Moment: Kann man den Erinnerungen nachhelfen? Kann man Flashbakcs selbst provozieren? Theoretisch müsste das doch möglich sein. Nur wie?

Normalerweise kommen sie von alleine wenn sie so weit sind, bzw. wenn ich so weit bin. Das weiß ich. Aber ich fühle mich so weit, mehr als das, trotzdem kommt nichts. Ich kann und ich will nicht mehr warten.
Selbst wenn da was war, wenn da wirklich noch mehr war - ich glaube es würde mir nicht so viel ausmachen wie diese Ungewissheit! Ich möchte doch nur die Ursachen für meine Krankheit kennen, wie soll ich sie sonst je bekämpfen?!?

Schon so lange doktert man an mir herum und niemand kann wirklich etwas tun, weil ich nichtmal die erste Frage beantworten kann:
"Was glauben sie, ist die Ursache ihrer Krankheit?"
- "......"

Nichts, da ist nichts. Und ich komme mir jedes Mal so dumm vor!

Ich habe schon hin und her überlegt, was ich machen könnte, damit die verlorenen Kinderjahre zu mir zurück finden, aber es kommt noch dazu, dass es keine Erinnerungsstücke aus meiner Kindheit mehr gibt. Daran ist mein Vater Schuld. Und ihn kann ich auch nicht fragen, weil wir keinen Kontakt mehr haben.
Was bleibt da noch übrig ? Soll ich einfach dasitzen und auf Flashbacks warten? Was ist, wenn das noch 30 Jahre dauert? Oder wenn nie alles ans Licht kommt? Und woher weiß ich überhaupt, wann ich alles weiß?

Es gibt für so etwas Therapeuten, das ist mir klar. Aber es ist so gut wie unmöglich, dort einen Platz zu bekommen, ohne ein Jahr oder länger weiterhin warten und mit den Fragen und Zweifeln und Vermutungen allein bleiben zu müssen. Wie soll ich denn diese Zeit überbrücken? Ich weiß ja oft nicht einmal, wie ich es bis zum nächsten Morgen schaffen soll.

Da ist diese unbezwingbare Angst vor Stillstand in mir. Egal, was ich mache, egal was ich geschafft habe - es ist niemals genug. Ich merke, wie ich mich langsam in dieses Thema reinsteigere, aber das will ich doch eigentlich gar nicht! Ich möchte doch nur weiterkommen! Ich möchte endlich verstehen! Denn ohne Vergangenheit gibt es auch keine Zukunft. Und ich will nicht mein bisschen Leben mit ziellosem Umherirren verschwenden. Ich bin schon so weit vom Weg abgekommen, dass ich Angst habe, ihn nie wiederzufinden, wenn nicht bald etwas passiert.

3.5.09 01:00


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]